DIN EN 12831 · TGA-Planung

Heizlastberechnung & Wärmepumpen-Check für Altbauten

Bevor Sie 30.000 € in eine Wärmepumpe investieren, sollten Sie wissen: Reichen Ihre Heizflächen aus? Wie hoch ist die nötige Vorlauftemperatur? Welche Heizlast hat Ihr Haus wirklich? Ich liefere eine ingenieurmäßige Antwort: nach DIN EN 12831, raumweise und ehrlich.

DIN-konform Raumweise Berechnung Herstellerneutral
Clemens Suwelack, M.Sc., Energieberater und Ingenieur Clemens Suwelack, M.Sc.Ich antworte an Werktagen innerhalb von 24 Stunden, oft noch am selben Tag.

Warum diese Berechnung Sinn ergibt

Die typischen Fehler bei einem Heizungstausch lassen sich mit einer korrekten Heizlast vermeiden.

Überdimensionierung vermeiden

Viele Altbauten werden mit deutlich überdimensionierten Wärmepumpen ausgestattet. Folge: schlechtere JAZ, höhere Stromkosten, Takten der Anlage. Eine korrekte Heizlast spart oft 5.000 bis 8.000 € Investition.

Vorlauftemperatur klären

Die JAZ (Jahresarbeitszahl) hängt direkt an der Vorlauftemperatur. Ich prognostiziere: Reicht 45 °C bei -10 °C Außentemperatur? Wenn nein, wo müssen Heizflächen größer werden?

Förderfähige Grundlage

Eine raumweise Heizlastberechnung ist Voraussetzung für den hydraulischen Abgleich Verfahren B, und damit für die volle KfW-458-Förderung der Wärmepumpe. Wie Sie damit Heizungsangebote vergleichbar machen, zeigt der Ratgeber zur Heizsystem-Kaufberatung.

Was im Wärmepumpen-Check enthalten ist

Heizlast nach DIN EN 12831

Raumweise mit U-Werten der Bauteile, Norm-Außentemperatur, Lüftungsverlusten und Innentemperaturen.

Heizflächen-Analyse

Aufmaß und Leistungsbewertung der bestehenden Heizkörper / Fußbodenheizung. Identifikation kritischer Räume.

Vorlauftemperatur-Prognose

Berechnung der nötigen Vorlauftemperatur am Norm-Auslegungstag mit Empfehlungen für Heizflächen­optimierung.

Hydraulischer Abgleich Verfahren B

Voreinstellwerte je Heizkörper, Pumpenbemessung, optimale Heizkurve.

Wärmepumpen-Empfehlung

Welche Bauart (Luft/Wasser, Sole, Wasser-Wasser), Leistungsklasse, Schallpegel und Aufstellort? Herstellerneutrale Empfehlung.

Förderbewertung

Ich prüfe direkt, ob KfW-458 (mit allen Boni), iSFP-Bonus oder eine Kombination am sinnvollsten ist.

Heizlastberechnung und Wärmepumpen-Check ab 690 € für ein typisches Einfamilienhaus. Beauftragen Sie danach die Wärmepumpen-Planung, verrechne ich den Check zur Hälfte.

DIN EN 12831: Was die Norm tatsächlich tut

Die Norm beschreibt, wie die Heizlast eines Gebäudes berechnet wird: raumweise, mit Bauteil-U-Werten, Lüftungsverlusten und einer regionalen Norm-Außentemperatur. In Düsseldorf, Ratingen und dem Kreis Mettmann liegt die Norm-Außentemperatur bei -10 °C. Auf dieser Basis ergibt sich, wie viel Leistung jeder Raum am kältesten Auslegungstag braucht und welche Vorlauftemperatur die vorhandenen Heizkörper dafür liefern müssen. Ich rechne nach DIN EN 12831-1 (Ausgabe 2017-09) mit den nationalen Ergänzungen der DIN/TS 12831-1 (Ausgabe 2020-04).

Drei Eingangsgrößen

U-Werte aller Außenbauteile, Norm-Innentemperatur je Raum (20 °C im Wohnzimmer, 24 °C im Bad) und Luftwechselrate. Daraus folgt die Heizlast in Watt pro Raum.

Raumweise statt Pi-mal-Daumen

Pauschale Faustwerte wie „120 W/m²“ für Altbau treffen den einzelnen Raum selten. Sie übersehen schlechte Räume (Bad, Nordseite) und überdimensionieren gut sanierte Bereiche.

Vorlauftemperatur-Bilanz

Für jeden Raum: Welche Vorlauftemperatur reicht den vorhandenen Heizkörpern bei Norm-Außentemperatur, um die Heizlast zu decken? Der höchste Wert bestimmt die Anlagen-Vorlauftemperatur.

Vorlauftemperatur nach Bestandstyp: typische Spannen

Orientierungswerte aus meiner Praxis im Rheinland und Bergischen Land. Ersetzt keine Berechnung, hilft aber für eine erste Einordnung.

Baujahr / Sanierungsstand Spezifische Heizlast Typische Vorlauftemperatur Wärmepumpen-Eignung
Vor 1978, unsaniert100 bis 160 W/m²65 bis 75 °Coft mit angepassten Heizflächen möglich, die Berechnung entscheidet
1978 bis 1995, Teil-saniert (Fenster/Dach)70 bis 110 W/m²55 bis 65 °Cmit Heizflächen-Anpassung möglich
1996 bis 2009 (WSchV 95 / EnEV)50 bis 75 W/m²45 bis 55 °Cgut, oft ohne Tausch
Ab 2010 (EnEV 2009+)30 bis 55 W/m²35 bis 45 °Csehr gut, Niedertemperatur
Effizienzhaus-Sanierung (KfW 70 / 55)25 bis 45 W/m²30 bis 40 °Cideal, JAZ ≥ 4 erreichbar

Auch unsanierte Häuser schließt das Baujahr nicht aus: Im Feldtest des Fraunhofer ISE (Projekt WP-QS im Bestand, 77 Anlagen) erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4, Erdreich-Wärmepumpen 4,3, ohne Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz. Pflicht ist die raumweise Heizlastberechnung beim Einbau einer Heizungsanlage in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen, als Teil des hydraulischen Abgleichs nach § 60c des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG, bisher GEG); für eine geförderte Heizung verlangt die BEG sie bei jeder Gebäudegröße. Hinweis: Spannen gelten für freistehende EFH/ZFH im Rheinland. Reihenhäuser liegen meist 10 bis 20 % darunter, freistehende Häuser auf Hanglage (z. B. Bergisches Land, Velbert/Wülfrath) darüber. Bei MFH ist die spezifische Heizlast je Wohnung typischerweise 20 bis 30 % niedriger als beim freistehenden EFH gleichen Baujahrs.

Häufige Fragen

Faustregel: Wenn die Vorlauftemperatur am Norm-Auslegungstag unter 55 °C bleibt, läuft die Wärmepumpe wirtschaftlich. Bei vielen Altbauten ist das nach Heizflächen-Anpassung machbar, auch ohne Komplettsanierung. Pauschalaussagen wie „nur mit Fußbodenheizung“ sind irreführend. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.

Für ein typisches EFH liegt das Honorar bei 690 bis 950 €, je nach Umfang. Marktüblich sind 600 bis 950 €. Bei Auftragserteilung der späteren Wärmepumpen-Planung verrechne ich den Check zur Hälfte. Innerhalb eines iSFPs ist die Heizlastberechnung als optionaler Baustein günstiger.

Wenn Sie eine Wärmepumpe ohne Förderung einbauen, verlangt das niemand zwingend, aber ich empfehle es trotzdem. Die häufigsten Beschwerden über „kalte Räume“ und „hohe Stromkosten“ nach dem Heizungstausch lassen sich mit korrekter Auslegung vermeiden.

In den meisten Altbauten von 1978 bis 1995 reichen 2 bis 4 Heizflächen-Anpassungen, typisch in Bad und Schlafzimmer, also den Räumen mit höchster Heizlast und kleinsten Heizkörpern. Ein Komplett-Tausch ist nur bei sehr ungünstiger Auslegung nötig. Die Heizlastberechnung sagt raumweise, wo der Hebel liegt. Meist verteilt sich das Budget so: 60 % bleiben am Heizkörper, 30 % gehen in größere oder neue Flachheizkörper Typ 22/33, 10 % in eine Fußbodenheizung im Bad.

Wärmepumpen-Check anfragen

Ein Erstgespräch von 15 bis 30 Minuten reicht, um zu klären, ob ein vollständiger Check oder ein Schnell-Check sinnvoll ist.

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