Neuss war früh dran. Der Rat der Stadt hat die Erstaufstellung der kommunalen Wärmeplanung am 4. Juli 2025 beschlossen, rund ein Jahr vor der gesetzlichen Frist für Städte dieser Größe. Kernstück ist eine Zonierungskarte, die zeigt, in welchen Zonen ein zentrales Wärmenetz wahrscheinlich ist. Die Stadt strebt Klimaneutralität bis 2035 an, zehn Jahre vor dem Bundesziel.
Seit Januar 2026 wird Neuss zusätzlich von NRW.Energy4Climate als eine von fünf Pilotkommunen bei der Umsetzung begleitet, als einzige im Regierungsbezirk Düsseldorf. Für Eigentümer heißt das: In Neuss wird die Wärmewende schneller konkret als in vielen Nachbarstädten.
Was daraus ausdrücklich nicht folgt, ist eine Pflicht. Die Stadt selbst betont, dass mit der Fertigstellung der Wärmeplanung noch keine konkreten Auf- und Ausbaupläne vorliegen, der Plan liefert erste Anhaltspunkte. Ein Anschluss- und Benutzungszwang für Fernwärme kann rechtlich nur über eine kommunale Fernwärmesatzung entstehen, nicht über den Wärmeplan.
Praktisch ist das trotzdem eine Rechenfrage, die vor der Investition gehört: Wenn Ihr Haus in einer Zone liegt, für die ein Wärmenetz wahrscheinlich ist, kann eine heute eingebaute Wärmepumpe in zehn Jahren neben einem Fernwärmeanschluss stehen. Das muss kein Fehler sein, aber man sollte es vorher gerechnet haben und nicht hinterher merken.