Hinweis zur BEG-Reform: Seit dem 21. Juli 2026 gelten die neuen Förderrichtlinien vom 17. Juli 2026. Die Zahlen in diesem Artikel sind auf diesem Stand. Wer seinen Antrag vor dem 21. Juli gestellt hat, wird noch nach der alten Fassung beschieden. Was sich im Einzelnen geändert hat, steht im Ratgeber BEG-Reform 2026.
Der Kern in zwei Sätzen
Bei einem Heizungskauf schauen fast alle zuerst auf den Anschaffungspreis. Der größere Betrag steht aber nirgends im Angebot: die Summe der laufenden Kosten über die Lebensdauer. Wer beide Zahlen nebeneinanderlegt, trifft eine andere Entscheidung als jemand, der nur die erste sieht.
Inhalt
- Eine Entscheidung für 20 Jahre
- In wessen Interesse fällt die Empfehlung?
- Die Faktoren, die über die Kosten entscheiden
- Laborwert und Realität: die Jahresarbeitszahl
- Die Systeme im nüchternen Vergleich
- Gesamtkosten über 20 Jahre und Break-even
- Kaufen Sie die Spezifikation, nicht die Marke
- Gas und Öl: erlaubt, aber mit wachsender Quote
- Förderung: die Planung zahlt der Staat mit
- Checkliste vor der Unterschrift
- Ratingen, Kreis Mettmann und die Wärmeplanung
- Häufige Fragen
Eine Entscheidung für 20 Jahre, getroffen an einem Nachmittag
Eine Heizung läuft 15 bis 20 Jahre. In dieser Zeit kostet sie deutlich mehr im Betrieb, als sie im Einbau gekostet hat. Trotzdem dreht sich das Gespräch am Küchentisch meistens um den Angebotspreis und um die Frage, wie schnell jemand kommen kann. Das ist verständlich, denn der Preis steht schwarz auf weiß da. Die laufenden Kosten muss man erst ausrechnen.
Genau dort entstehen die größten Unterschiede. Das Fraunhofer ISE hat im Ariadne-Projekt die Vollkosten von Bestandsgebäuden über 20 Jahre gerechnet, also Investition nach Förderung plus Energie, Wartung und CO₂-Preis. Ergebnis für ein Einfamilienhaus: Ein neuer Gaskessel kommt auf 40 bis 51 Euro pro Quadratmeter und Jahr, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auf 30 bis 32 Euro. Über die Laufzeit kann die scheinbar günstigere Variante also die teurere sein. Mehr dazu steht im Beitrag zu den laufenden Kosten einer Sanierung.
Eine Kaufberatung, die diesen Namen verdient, rechnet beide Zahlen. Sie sagt nicht nur, was die Anlage kostet, sondern was sie Sie kostet, Jahr für Jahr, bis 2046.
In wessen Interesse fällt die Empfehlung?
Eine Heizung wird selten neutral empfohlen, und das ist keine böse Absicht, sondern eine Frage der Perspektive. Wer ein Gerät verkauft und einbaut, arbeitet mit einem Sortiment, mit Lieferzeiten und mit Einkaufskonditionen. Was schnell lieferbar ist, was man kennt und routiniert montiert, was gerade gute Marge bringt, all das fließt in einen Vorschlag ein, oft ohne dass es jemand ausspricht.
Das muss nicht gegen Ihr Interesse laufen. Aber es deckt sich nicht zwangsläufig mit dem, was über zwanzig Jahre für Ihr Haus am günstigsten und leisesten arbeitet. Die laufenden Kosten tauchen in so einem Gespräch nur am Rand auf, weil sie für denjenigen, der liefert, kaum eine Rolle spielen. Bezahlen werden Sie sie.
Der Unterschied einer unabhängigen Beratung ist schlicht: Wer das Gerät weder verkauft noch einbaut, hat kein Sortiment zu verteidigen. Die Empfehlung kann produktnah sein, also genau benennen, was technisch passt, ohne an eine Marke gebunden zu sein. Sie dürfen das gern hinterfragen. Stellen Sie die Frage, an der sich das schnell zeigt: Wer auch immer Ihnen zu einer Lösung rät, fragen Sie nach den realen Verbrauchsdaten vergleichbarer Anlagen, die er begleitet hat. Die Antwort sagt viel.
Die Faktoren, die über die Kosten entscheiden
Ob eine Heizung günstig läuft, entscheidet sich nicht am Typenschild, sondern an drei nüchternen Größen. Sie hängen zusammen, und sie werden im Verkauf oft überschlagen.
Heizlast. Wie viel Wärmeleistung braucht das Haus am kältesten Tag? Eine Berechnung nach DIN EN 12831 liefert die belastbare Zahl. Daumenregeln aus dem Internet überschätzen die Heizlast oft um 20 bis 30 Prozent. Die Folge ist eine zu große Anlage, die mehr kostet, häufiger taktet und schlechter arbeitet.
Vorlauftemperatur. Wie heiß muss das Wasser in den Heizkörpern werden, damit es im Haus warm wird? Je niedriger diese Temperatur, desto günstiger heizt eine Wärmepumpe. Entscheidend ist nicht, ob Fußboden- oder Wandheizkörper verbaut sind, sondern welche Vorlauftemperatur das Haus am Norm-Auslegungstag verlangt. Bleibt sie unter etwa 55 Grad, ist eine Wärmepumpe meist wirtschaftlich.
Heizflächen. Reichen die vorhandenen Heizkörper für niedrige Vorlauftemperaturen, oder müssen einzelne vergrößert werden? Oft genügt es, in zwei oder drei kritischen Räumen nachzubessern, statt das ganze Haus zu dämmen. Welche Wärmepumpe in einen Altbau passt und wann nicht, behandelt der Beitrag zur Wärmepumpe im Altbau ausführlich.
Laborwert und Realität: die Jahresarbeitszahl
Bei einer Wärmepumpe steht und fällt alles mit einer Zahl, der Jahresarbeitszahl, kurz JAZ. Sie sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage über ein Jahr aus einer Kilowattstunde Strom macht. Der effektive Wärmepreis ist dann einfach der Strompreis geteilt durch die JAZ.
| JAZ | bei 22 ct/kWh Strom | bei 26 ct/kWh | bei 30 ct/kWh |
|---|---|---|---|
| 3,0 | 7,3 ct | 8,7 ct | 10,0 ct |
| 3,5 | 6,3 ct | 7,4 ct | 8,6 ct |
| 4,0 | 5,5 ct | 6,5 ct | 7,5 ct |
Die Spalten zeigen die Bandbreite echter Wärmepumpentarife, die 2026 für Neukunden bei rund 20 bis 26 Cent liegen. Wer die Wärmepumpe dagegen über den normalen Haushaltsstrom laufen lässt, rechnet mit rund 37 Cent, und das verschiebt jede Zeile deutlich nach oben.
Hier liegt der wunde Punkt vieler Angebote. Im Datenblatt steht ein Laborwert, gemessen unter Normbedingungen. Im Keller zählt der reale Wert, und der hängt von der Auslegung, vom hydraulischen Abgleich, von der eingestellten Heizkurve und vom Nutzerverhalten ab. Ausschlaggebend ist am Ende die nötige Vorlauftemperatur, und die hängt an der Größe der Heizflächen:
| System | JAZ Altbau (VL 55 °C) | JAZ saniert (VL 45 °C) | JAZ Neubau (VL 35 °C) |
|---|---|---|---|
| Wärmepumpe Luft/Wasser | 2,6 – 3,1 | 3,2 – 3,8 | 3,8 – 4,5 |
| Wärmepumpe Sole/Erdwärme | 3,4 – 3,9 | 4,0 – 4,5 | 4,5 – 5,2 |
Das Fraunhofer ISE hat für das Projekt „Wärmepumpen-Qualitätssicherung im Bestand“ 77 Anlagen über vier Jahre vermessen und im November 2025 ausgewertet. Über alle Anlagen hinweg reicht die reale JAZ von 2,6 bis 4,9 bei Luft-Wasser-Wärmepumpen und von 3,6 bis 5,4 bei Erdwärmeanlagen, im Mittel 3,4 beziehungsweise 4,3. Das sind reale Jahreswerte, keine Prospektzahlen. Bemerkenswert daran: Eine Korrelation zwischen Baujahr und Effizienz ließ sich nicht feststellen. Das Alter eines Hauses sagt also wenig über die zu erwartende JAZ aus.
Deshalb ist eine seriöse Prognose keine einzelne Zahl, sondern eine Spanne mit offen genannten Annahmen. Wer Ihnen eine glatte Ersparnis auf den Euro genau verspricht, rechnet entweder optimistisch oder verschweigt die Bedingungen. Ab wann die Wärmepumpe eine Gasheizung schlägt, hängt dabei genauso am Tarif wie an der Anlage: Gas kostet als fertige Wärme rund 12,5 Cent je Kilowattstunde, und mit einem Wärmepumpentarif um 24 Cent ist diese Schwelle schon bei einer JAZ von etwa 2,0 erreicht, mit Haushaltsstrom erst bei etwa 3,0. Wie sich das rechnet, steht im Ratgeber Sanierung und laufende Kosten.
Die Systeme im nüchternen Vergleich
Es gibt nicht die beste Heizung. Es gibt die, die zu einem konkreten Haus passt. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Systeme ein. Die Energiekosten stammen aus dem Heizspiegel für das gemessene Abrechnungsjahr 2024, bezogen auf ein Einfamilienhaus mit rund 130 Quadratmetern, und sind um die jährlichen Wartungs- und Fixkosten ergänzt (Heizungswartung und, wo nötig, Schornsteinfeger). Für 2025 prognostiziert co2online rund 15 Prozent Aufschlag bei Gas und nur 5 Prozent bei der Wärmepumpe, der Abstand in der Tabelle wird also eher größer als kleiner. Die Anschaffungskosten sind eine grobe Orientierung vor Förderung.
| System | Laufende Kosten/Jahr (Energie + Wartung) | Anschaffung (vor Förderung) | Passt, wenn |
|---|---|---|---|
| Wärmepumpe Luft/Wasser | ~1.335 € | 22.000 bis 40.000 € | Vorlauftemperatur unter ~55 Grad erreichbar ist |
| Wärmepumpe Sole/Erdwärme | ~1.085 € (JAZ ~4,3) | 30.000 bis 48.000 € (inkl. Bohrung) | Grundstück und Bohrung möglich sind |
| Hybrid (WP + Gaskessel) | ~1.800 bis 2.100 € | 28.000 bis 42.000 € | hoher Vorlauf und ein zweiter Wärmeerzeuger gewünscht |
| Pelletheizung | ~1.495 € | 20.000 bis 35.000 € | Lagerraum vorhanden, sehr hoher Wärmebedarf |
| Fernwärme | ~2.015 € | 10.000 bis 20.000 € | ein Netz vor der Tür liegt |
| Gas-Brennwert | ~2.020 € | 9.000 bis 15.000 € | nur als Übergang, mit Blick auf steigende CO₂-Kosten |
Im Betrieb ist die Wärmepumpe seit 2022 günstiger als Gas und Öl, und das gilt erst recht mit Wartung: Eine Wärmepumpe kostet rund 140 Euro Wartung im Jahr, eine Gasheizung mit Schornsteinfeger eher 250 Euro, eine Pelletheizung mit Reinigung und Ascheentsorgung noch etwas mehr, Fernwärme dagegen fast nichts. Diese Fixkosten stecken in den Werten der Tabelle.
Die Hybridheizung verdient eine eigene Erklärung. In der Tabelle steht sie als komplette Neuanlage aus Wärmepumpe und neuem Gaskessel, damit der Vergleich auf Augenhöhe mit den anderen Systemen bleibt. In dieser Form ist sie teurer als eine reine Wärmepumpe, denn man bezahlt zwei Wärmeerzeuger, der fossile Teil wird nicht gefördert, und im Betrieb fallen zwei Wartungen an. Günstiger wird Hybrid nur als Nachrüstung zu einem noch funktionierenden Kessel, bei der man bloß eine kleinere Wärmepumpe ergänzt. Das ist aber kein Vergleich auf Augenhöhe mit einem kompletten Heizungstausch, sondern eine andere, kleinere Maßnahme. Genau deshalb liegen die laufenden Kosten einer Hybridheizung nah an einer Gasheizung, nicht an einer Wärmepumpe.
Wer an ein Wärmenetz angeschlossen werden kann, sollte das prüfen, bevor er selbst investiert. Und der CO₂-Preis verschiebt die Rechnung jedes Jahr weiter weg von Gas und Öl: 2026 liegt er bei 55 bis 65 Euro je Tonne, für ein gasbeheiztes Einfamilienhaus sind das rund 260 bis 310 Euro im Jahr, die schon in den Gaskosten oben stecken. Ab 2028 steigt er mit dem europäischen Emissionshandel ETS 2 weiter. Welche Variante für Ihr Haus rechnet, lässt sich nur am konkreten Objekt sagen, nicht in einer Tabelle.
Gesamtkosten über 20 Jahre und der Break-even
Der Anschaffungspreis ist nur die erste Rate. Was eine Heizung über ihr Leben kostet, zeigt erst die Gesamtrechnung aus Investition, Energie, Wartung und CO₂-Preis. Damit das belastbar bleibt, stützt sich dieser Abschnitt auf Primärquellen: die Vollkostenrechnung des Fraunhofer ISE im Ariadne-Projekt, den CO₂-Preispfad der DEHSt und die Förderkonditionen der KfW. Nur die reinen Anschaffungspreise haben keine amtliche Statistik, sie bleiben eine Marktorientierung.
Das Fraunhofer ISE hat für ein Bestands-Einfamilienhaus die Vollkosten über 20 Jahre berechnet, also Investition mit der aktuellen Heizungsförderung plus Energie, Wartung und CO₂-Preis, umgelegt auf Euro pro Quadratmeter und Jahr. Für ein Haus mit rund 130 Quadratmetern ergibt das über die Laufzeit:
| System | Vollkosten (Fraunhofer ISE) | ~20 Jahre für 130 m² |
|---|---|---|
| Wärmepumpe Luft/Wasser | 30 bis 32 €/m²·a | ~78.000 bis 83.000 € |
| Fernwärme | ~31 €/m²·a | ~81.000 € |
| Gas-Brennwert | 40 bis 51 €/m²·a | ~104.000 bis 133.000 € |
Eine zweite, unabhängige Rechnung kommt zum selben Ergebnis: co2online hat im Juni 2026 die reinen Heizkosten über die zwanzig Jahre von 2026 bis 2045 hochgerechnet, inklusive steigender CO₂-Preise, Netzentgelte und der gesetzlichen Beimischungsquoten. Dabei landet eine Wärmepumpe bei rund 24.500 Euro, Gas bei rund 55.600 Euro und Öl bei rund 67.200 Euro. Bemerkenswert daran: Gas mit Biomethan (rund 65.100 Euro) oder Wasserstoff (rund 66.500 Euro) liegt fast genau dort, wo Öl heute schon steht, die vermeintlichen Auswege ändern an der Größenordnung also nichts.
Über die Laufzeit ist die Wärmepumpe damit die günstigste Variante, und der Abstand zur neuen Gasheizung beträgt für dieses Haus grob 25.000 bis 50.000 Euro. Der Grund steckt vor allem im CO₂-Preis: Er liegt 2026 laut DEHSt bei 55 bis 65 Euro je Tonne im nationalen Emissionshandel und steigt ab 2028 mit dem Übergang in den europäischen Emissionshandel ETS 2 weiter. Die Ariadne-Szenarien reichen bis 2045 auf 205 bis 355 Euro je Tonne. Wer fossil heizt, zahlt diesen Aufschlag jedes Jahr aufs Neue, und er wächst.
Wann sich die höhere Anschaffung einer Wärmepumpe gegenüber einer neuen Gasheizung amortisiert, hängt an der Förderung. Die KfW fördert den Heizungstausch mit 30 Prozent Grundförderung, einem Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent und einem Einkommensbonus von bis zu 40 Prozent, zusammen höchstens 70 Prozent im Regelfall und bis zu 80 Prozent für Selbstnutzer in der niedrigsten Einkommensstufe (zu versteuerndes Einkommen bis 30.000 Euro nach Kinderabzug), gedeckelt auf 28.000 Euro förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit. Rechnet man die so geförderten Mehrkosten gegen die jährliche Betriebskostenersparnis, liegt der Break-even bei rund sieben bis zehn Jahren. Diese Spanne ist eine Ableitung, kein amtlicher Wert, weil der Anschaffungspreis als einziger Baustein nur aus Marktangeboten stammt.
Eine Photovoltaikanlage verbessert die Rechnung weiter. Das Fraunhofer ISE weist aus, dass Eigenstrom vom Dach die Betriebskosten der Wärmepumpe senkt, je nach Anlage und Verbrauch um etwa 20 bis 30 Prozent. Im Sommer und in der Übergangszeit deckt das Dach einen großen Teil des Wärmepumpenstroms, im tiefen Winter wenig, weil dann viel Wärme gebraucht wird und wenig Sonne da ist. Die Photovoltaik ist aber eine eigene Investition, die den ganzen Haushalt versorgt, deshalb steht sie hier außerhalb der Rechnung.
Kaufen Sie die Spezifikation, nicht die Marke
Der häufigste Grund für teure Fehlentscheidungen ist, dass Angebote nicht vergleichbar sind. Das eine nennt eine andere Geräteklasse als das andere, mal ist der hydraulische Abgleich dabei, mal nicht, mal ein Pufferspeicher, mal eine andere Schallklasse. Wer Äpfel mit Birnen vergleicht, vergleicht am Ende nur den Preis.
Es geht auch anders herum. Statt nach einem Fabrikat zu fragen, legen Sie zuerst die Spezifikation fest, die Ihr Haus braucht:
- die berechnete Heizlast nach DIN EN 12831
- die maximale Vorlauftemperatur am Norm-Auslegungstag
- eine geforderte Mindest-Jahresarbeitszahl
- eine Schallobergrenze für das Außengerät, gerade in dichter Bebauung
- hydraulischer Abgleich und Einregulierung als feste Bestandteile
Auf dieser Grundlage darf jeder Betrieb das Gerät frei wählen, das er gut beschaffen und sauber einbauen kann, solange die Spezifikation erfüllt ist. Holen Sie zwei oder drei Angebote auf dieselbe Spezifikation ein, und plötzlich vergleichen Sie tatsächlich dasselbe. Genau das leistet ein Wärmepumpen-Check mit Heizlastberechnung: Er liefert die Zahlen, mit denen Sie die Angebote auf Augenhöhe prüfen können.
Gas und Öl: erlaubt, aber mit wachsender Quote
Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) dürfen Sie weiterhin eine Gas- oder Ölheizung einbauen. Die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien ist gestrichen. An ihre Stelle tritt eine Quote: Neue fossile Heizungen müssen einen wachsenden Anteil biogener Brennstoffe nutzen. Im Gesetz heißt das Bio-Treppe.
| Ab | Mindestanteil biogener Brennstoffe |
|---|---|
| 2029 | 10 Prozent |
| 2030 | 15 Prozent |
| 2035 | 30 Prozent |
| 2040 | 60 Prozent |
Was das für Ihre Rechnung bedeutet, lässt sich heute nicht seriös beziffern. Niemand weiß, was Biogas oder Bioheizöl kosten, wenn sie gesetzlich in dieser Menge nachgefragt werden. Genau darin liegt der Punkt: Die Anschaffung einer Gasheizung ist günstiger, das Betriebsrisiko über zwanzig Jahre trägt aber der Eigentümer. Ich rechne beide Wege mit Bandbreiten durch, statt Ihnen eine Zahl zu nennen, die niemand belegen kann.
Unabhängig davon ist eine Grüngas- und Grünheizölquote angekündigt, die ab 2045 die Inverkehrbringer von Gas und Öl zur vollständigen Umstellung auf klimaneutrale Brennstoffe verpflichten soll. Sie steht in einem eigenen Gesetz, das bis zum 1. Dezember 2026 beschlossen werden soll, und ist noch nicht verabschiedet.
Wichtig zum Zeitpunkt: Bundestag und Bundesrat haben dem GModG am 10. Juli 2026 zugestimmt. Die Quote gilt ab der Verkündung im Bundesgesetzblatt. Bis dahin ändert sich nichts.
Förderung: die Planung zahlt der Staat mit
Ein Punkt, der die unabhängige Beratung günstiger macht, als viele denken: Die Fachplanung und Baubegleitung durch einen in der Energieeffizienz-Experten-Liste geführten Berater wird über die BAFA mit 50 Prozent bezuschusst, bei Ein- und Zweifamilienhäusern auf förderfähige Kosten von 5.000 Euro gedeckelt. Das senkt das Netto-Honorar spürbar.
Der Heizungstausch selbst wird über die KfW gefördert, beim Wechsel auf eine Wärmepumpe im Regelfall mit bis zu 70 Prozent, bei Selbstnutzern in der niedrigsten Einkommensstufe (zu versteuerndes Einkommen bis 30.000 Euro nach Kinderabzug) mit bis zu 80 Prozent, gedeckelt auf 28.000 Euro förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit, für weitere Wohneinheiten gelten gestaffelte Beträge. Das NRW-Landesprogramm progres.nrw fördert Standard-Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern seit Ende 2025 nicht mehr, relevant bleibt es bei Erdsonden und Mietwohngebäuden. Welche Kombination am meisten herausholt und in welcher Reihenfolge die Anträge laufen müssen, steht im Ratgeber zu den Fördermitteln in NRW. Wer ohnehin einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen lässt, bekommt die Heizungsfrage gleich im richtigen zeitlichen Zusammenhang mit der Gebäudehülle beantwortet.
Checkliste vor der Unterschrift
Bevor Sie ein Heizungsangebot annehmen, sollten Sie diese Fragen beantworten können. Wenn nicht, fehlt noch eine Information.
- Liegt eine berechnete Heizlast vor, oder beruht die Größe auf einer Faustregel?
- Welche Vorlauftemperatur braucht das Haus am kältesten Tag wirklich?
- Mit welcher realen Jahresarbeitszahl ist zu rechnen, und auf welchen Annahmen beruht sie?
- Sind hydraulischer Abgleich und Einregulierung im Preis enthalten?
- Wie hoch sind die laufenden Kosten pro Jahr, und wie entwickeln sie sich mit dem CO₂-Preis?
- Vergleichen die Angebote dieselbe Spezifikation, oder unterschiedliche Leistungen?
- Welche Förderung ist eingerechnet, und wer stellt die Anträge?
Ratingen, Kreis Mettmann und die kommunale Wärmeplanung
Vor der Heizungsentscheidung lohnt ein Blick auf die kommunale Wärmeplanung. Sie zeigt, wo perspektivisch ein Wärmenetz entsteht und wo die eigene Wärmepumpe die naheliegende Lösung bleibt. Große Städte über 100.000 Einwohner wie Düsseldorf müssen ihren Wärmeplan bis zum 30. Juni 2026 vorlegen. Ratingen liegt mit rund 88.000 Einwohnern darunter und fällt in die spätere Gruppe mit Frist 30. Juni 2028.
Für Häuser in Ratingen, Düsseldorf und im Kreis Mettmann rechne ich im Erstgespräch durch, welches System technisch passt, was es nach Förderung kostet und wie es über die Laufzeit dasteht. Ohne ein Gerät zu verkaufen.
Häufige Fragen
Sie prüft, welche Heizung technisch und wirtschaftlich zu einem konkreten Haus passt, ohne ein bestimmtes Gerät zu verkaufen oder einzubauen. Grundlage sind die Heizlast nach DIN EN 12831, die nötige Vorlauftemperatur, die zu erwartende Jahresarbeitszahl und die Kosten über die gesamte Lebensdauer. Das Ergebnis ist eine Spezifikation, mit der sich Angebote vergleichen lassen, kein Produktvorschlag.
Der Kaufpreis fällt einmal an, die Energie- und Wartungskosten jedes Jahr für 15 bis 20 Jahre. In der Vollkostenrechnung des Fraunhofer ISE über 20 Jahre liegt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus bei rund 30 bis 32 Euro pro Quadratmeter und Jahr, ein neuer Gaskessel bei 40 bis 51 Euro. Ein günstigerer Einbau kann über die Laufzeit also deutlich teurer werden.
Bei einer Wärmepumpe ist die Jahresarbeitszahl die entscheidende Größe. Sie sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom entstehen. Der effektive Wärmepreis ist der Strompreis geteilt durch die Jahresarbeitszahl. Ab etwa 3,0 heizt eine Wärmepumpe günstiger als eine moderne Gasheizung. Wichtig ist der reale Wert im Betrieb, nicht der Laborwert aus dem Datenblatt.
Das hängt von Heizlast, Vorlauftemperatur und vorhandenen Heizflächen ab. Bleibt die Vorlauftemperatur am kältesten Tag unter etwa 55 Grad, ist eine Wärmepumpe meist wirtschaftlich, oft schon nach einer Heizflächen-Optimierung. Liegt sie deutlich höher, lohnt sich ein Blick auf die Hülle oder eine Hybridlösung. Pauschalantworten ohne Berechnung führen häufig zu einer zu großen Anlage.
Ja. Die Fachplanung und Baubegleitung durch einen in der Energieeffizienz-Experten-Liste geführten Berater wird im Rahmen der BEG bezuschusst. Die Heizungsförderung der KfW fördert den Tausch auf eine Wärmepumpe im Regelfall mit bis zu 70 Prozent, bei Selbstnutzern in der niedrigsten Einkommensstufe (zu versteuerndes Einkommen bis 30.000 Euro nach Kinderabzug) mit bis zu 80 Prozent, gedeckelt auf 28.000 Euro förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit, für weitere Wohneinheiten gelten gestaffelte Beträge. Das NRW-Landesprogramm progres.nrw fördert Standard-Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern seit Ende 2025 nicht mehr, es kommt nur noch bei komplexeren Anlagen wie Erdsonden in Frage.
