Drei Wege, wie sich eine Sanierung auszahlt
Eine energetische Sanierung wirkt auf drei Ebenen, und diese Seite nimmt sich die laufenden Kosten vor. Daneben stehen der Immobilienwert und der Wohnkomfort. Wer nur eine der drei Ebenen betrachtet, unterschätzt schnell, was die Sanierung unterm Strich bringt. Hier geht es um das Geld, das Sie Monat für Monat sparen.
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Was die Sanierung an Heizkosten spart
Fangen wir mit dem Posten an, der jeden Monat schmerzt. Ein unsanierter Altbau aus den 60er- oder 70er-Jahren verbraucht oft 200 bis 280 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Nach einer Vollsanierung auf Effizienzhaus-Niveau sind es eher 70 bis 85. Das ist rund zwei Drittel weniger Energie, und es steht direkt auf der Abrechnung.
Wie viel das in Euro ist, zeigt der Heizspiegel 2025, den das Beratungsportal co2online zusammen mit dem Deutschen Mieterbund für das Abrechnungsjahr 2024 ausgewertet hat. Für ein Einfamilienhaus um 130 Quadratmeter sieht die Rechnung so aus:
| Heizung | Heizkosten pro Jahr (EFH ~130 m²) |
|---|---|
| Gas | ~1.770 € |
| Heizöl | ~2.130 € |
| Fernwärme | ~1.975 € |
| Wärmepumpe | ~1.195 € |
Seit 2022 ist die Wärmepumpe im Betrieb günstiger als Gas und Öl, ihre Betriebskosten sind im Fünf-Jahres-Vergleich um 16 Prozent gefallen. Der Wechsel von Gas auf Wärmepumpe spart hier also rund 575 Euro pro Jahr, und das, bevor überhaupt eine Wand gedämmt ist. Die Dämmung legt nach: Über ungedämmte Außenwände gehen laut co2online 20 bis 35 Prozent der Heizwärme verloren, über ein ungedämmtes Dach noch einmal 20 bis 30 Prozent.
Effektiver Wärmepreis und die Jahresarbeitszahl
Warum heizt eine Wärmepumpe günstiger, obwohl Strom pro Kilowattstunde teurer ist als Gas? Weil sie aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme macht. Wie viele, sagt die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ. Der effektive Wärmepreis ist einfach der Strompreis geteilt durch die JAZ.
| JAZ | bei 28 ct/kWh Strom | bei 32 ct/kWh | bei 35 ct/kWh |
|---|---|---|---|
| 3,0 | 9,3 ct | 10,7 ct | 11,7 ct |
| 3,5 | 8,0 ct | 9,1 ct | 10,0 ct |
| 4,0 | 7,0 ct | 8,0 ct | 8,8 ct |
Zum Vergleich kostet Gas als Wärme effektiv rund 12 bis 13 Cent pro Kilowattstunde, der CO₂-Aufschlag kommt obendrauf. In Feldstudien des Fraunhofer ISE erreichen Luft-Wasser-Wärmepumpen im Schnitt eine JAZ von 3,4, Erdwärmeanlagen 4,3. Schon ab einer JAZ von etwa 3,0 heizt die Wärmepumpe günstiger als eine moderne Gasheizung. Kritisch wird es erst, wenn die JAZ unter 2,8 bis 3,0 rutscht, etwa in einem unsanierten Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen. Genau deshalb gehören Dämmung und Heizungstausch zusammen gedacht.
Hinzu kommt ein Hebel, der oft übersehen wird. Seit April 2025 müssen Netzbetreiber nach Paragraf 14a EnWG reduzierte Netzentgelte für steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpen anbieten. In Schwachlastzeiten lassen sich damit 60 bis 90 Prozent des Netzentgelt-Anteils sparen. Kombiniert mit einem dynamischen oder separaten Wärmepumpentarif sinkt der effektive Strompreis weiter.
Der CO₂-Preis verteuert fossiles Heizen Jahr für Jahr
Ein Posten kippt die Rechnung in den kommenden Jahren weiter zugunsten der Sanierung: der CO₂-Preis auf Gas und Öl. 2026 liegt er bei 55 bis 65 Euro je Tonne. Für ein Einfamilienhaus mit Gasheizung sind das laut Verbraucherzentrale schon heute rund 260 bis 310 Euro extra im Jahr, mit Öl 350 bis 410 Euro.
Ab 2028 wandert die Bepreisung in den europäischen Emissionshandel ETS 2. Ursprünglich war 2027 geplant, im November 2025 hat die EU den Start auf 2028 verschoben, bis dahin gilt der nationale Preis weiter. Wie hoch der Preis dann springt, ist offen und politisch umstritten. Die Modelle reichen von 60 bis über 300 Euro je Tonne, die meisten liegen deutlich über 100. Sicher ist nur die Richtung, und die zeigt nach oben. Wer fossil heizt, zahlt diesen Aufschlag jedes Jahr aufs Neue. Wer auf eine Wärmepumpe umgestiegen ist, zahlt ihn nicht.
Wann sich welche Maßnahme rechnet
Nicht jede Maßnahme spielt ihr Geld gleich schnell wieder ein. Die folgenden Amortisationszeiten stammen vom dena-nahen Portal Energie-Fachberater und gelten nach Abzug der Förderung.
| Maßnahme | Amortisation nach Förderung |
|---|---|
| Dämmung oberste Geschossdecke (unbegehbar) | 2 bis 5 Jahre |
| Dachdämmung | rund 10 Jahre |
| Heizungstausch auf Wärmepumpe | rund 9 Jahre |
| Fassadendämmung (WDVS) | rund 15 Jahre |
Die Reihenfolge ist klar. Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist die wirtschaftlichste Einzelmaßnahme überhaupt, oft schon nach zwei bis fünf Jahren bezahlt. Die Fassadendämmung braucht am längsten, lohnt sich aber, wenn die Fassade ohnehin fällig ist. Beim Heizungstausch halbiert die Förderung die Amortisationszeit grob, ohne Zuschuss läge sie über 18 Jahre. Den Fenstertausch rechnen wir bewusst nicht mit einer einzelnen Zahl, dafür gibt es keine belastbare isolierte Quelle, in der Praxis ist er Teil der Hüllsanierung.
Wartung und Nebenkosten, der stille Posten
Neben Energie und CO₂-Preis gibt es einen dritten, dauerhaften Unterschied: die Wartung. Eine Wärmepumpe verbrennt nichts, also kommt der Schornsteinfeger nicht mehr und es entfällt die Abgasmessung.
| Heizung | Wartung und Nebenkosten pro Jahr |
|---|---|
| Wärmepumpe | ~140 € (kein Schornsteinfeger) |
| Gasheizung | ~250 € (inkl. Schornsteinfeger ~70 €) |
| Ölheizung | ~160 € Wartung zzgl. Schornsteinfeger und Tankprüfung |
Über zwanzig Jahre summiert sich das zu einem vierstelligen Betrag. Bei Öl fallen zusätzlich Tankreinigung und das im Tank gebundene Kapital weg. Die Bandbreiten stammen von co2online und dem Vergleichsportal planville, Stand 2026.
Der ehrliche Blick: Vollkosten über 20 Jahre
Einzelne Posten sind das eine, die Gesamtrechnung das andere. Das Fraunhofer ISE hat im Rahmen des Ariadne-Projekts (Analyse von Januar 2024, nach der GEG-Novelle im Juni 2024 aktualisiert) die Vollkosten von Bestandsgebäuden über den Lebenszyklus von 20 Jahren gerechnet, also Investition abzüglich Förderung, plus Energie, Wartung und CO₂-Preis.
Ergebnis für ein Einfamilienhaus: Ein neuer Gaskessel kommt auf 40 bis 51 Euro pro Quadratmeter und Jahr, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auf 30 bis 32 Euro. Die Studie ist in einem Punkt deutlich: „Für die Wirtschaftlichkeit der Heiztechnik im Bestand ist vor allem der zukünftige CO₂-Preis entscheidend." Je teurer also das Heizen mit Gas und Öl wird, desto klarer gewinnt die sanierte Variante. Wärmepumpe, Fernwärme und Pellets liegen schon heute über den Lebenszyklus günstiger als ein neuer Gaskessel.
Ratingen, Kreis Mettmann und die kommunale Wärmeplanung
Ein regionaler Punkt, der die Heizungsfrage bald konkret macht, ist die kommunale Wärmeplanung. Große Städte über 100.000 Einwohner wie Düsseldorf müssen ihren Wärmeplan bis zum 30. Juni 2026 vorlegen. Ratingen liegt mit rund 88.000 Einwohnern darunter und fällt damit in die spätere Gruppe mit Frist 30. Juni 2028. Der Plan zeigt unter anderem, wo perspektivisch ein Wärmenetz entsteht und wo die eigene Wärmepumpe die naheliegende Lösung bleibt.
Bei der Förderung lässt sich in NRW zusätzlich zu KfW und BAFA das Landesprogramm progres.nrw nutzen. Welche Kombination für Ihr Haus in Ratingen oder im Kreis Mettmann am meisten herausholt, rechnen wir im Erstgespräch durch. Mehr zur Förderlogik steht in unserem Ratgeber zu den Fördermitteln in NRW, und welche Heizung in einen Altbau passt, klärt der Beitrag zur Wärmepumpe im Altbau.
Häufige Fragen
Eine Vollsanierung auf Effizienzhaus-70-Niveau senkt den Energiebedarf um rund zwei Drittel. Für ein Einfamilienhaus mit etwa 150 Quadratmetern bedeutet das je nach Ausgangszustand grob 1.800 bis 2.400 Euro weniger Heizkosten im Jahr. Eine Wärmepumpe heizt laut Heizspiegel 2025 zudem rund 575 Euro günstiger als eine Gasheizung.
Ja. Laut Heizspiegel 2025 kostet das Heizen mit Wärmepumpe in einem Einfamilienhaus rund 1.195 Euro im Jahr, mit Gas etwa 1.770 Euro. Schon ab einer Jahresarbeitszahl von etwa 3,0 heizt die Wärmepumpe günstiger, weil sie aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme erzeugt.
2026 liegt der CO₂-Preis bei 55 bis 65 Euro je Tonne. Für ein Einfamilienhaus mit Gasheizung sind das laut Verbraucherzentrale rund 260 bis 310 Euro extra im Jahr, mit Öl 350 bis 410 Euro. Ab 2028 wechselt die Bepreisung in den Emissionshandel ETS 2, die Prognosen reichen von 60 bis über 300 Euro je Tonne.
Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist die wirtschaftlichste Einzelmaßnahme und amortisiert sich nach Förderung oft schon in zwei bis fünf Jahren. Der Heizungstausch auf eine Wärmepumpe rechnet sich mit Förderung in rund neun Jahren, eine Fassadendämmung braucht typischerweise etwa 15 Jahre.
Oft ja, aber nur nach Prüfung von Heizlast und Vorlauftemperatur. Sinkt die Jahresarbeitszahl unter etwa 2,8 bis 3,0, steigt der Wärmepreis spürbar. Deshalb gehören Dämmung und Heizungstausch zusammen geplant. Ein Wärmepumpen-Check zeigt, ob die Anlage in Ihrem Haus wirtschaftlich arbeitet.
Was spart die Sanierung bei Ihrem Haus?
Wir rechnen für Ihr Objekt in Ratingen oder im Kreis Mettmann durch, welche Maßnahmen die Heizkosten senken, was sie nach Förderung kosten und wann sie sich amortisieren. Ein 15-minütiges Erstgespräch reicht für die erste Einordnung. Wir antworten innerhalb von 24 Stunden.
