Ratgeber

BEG-Reform 2026: Das ändert sich bei der Gebäudeförderung

Seit dem 21. Juli 2026 gilt die reformierte Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), das Förderprogramm des Bundes für Heizungstausch und Sanierung. Den Heizungstausch fördert weiter die Förderbank KfW, Dämmung und neue Fenster weiter das Bundesamt BAFA; geändert haben sich die Fördersätze, die Höchstbeträge der förderfähigen Kosten und die Boni. Für alle neuen Anträge gelten die reformierten Sätze, und sie sinken in den kommenden Jahren in planbaren Schritten weiter.

Hinweis: Grundlage dieser Übersicht ist das Eckpunktepapier der Bundesregierung „Sozialer, effizienter und fokussierter: Die neue Gebäudeförderung (BEG)“. Rechtlich verbindlich sind allein die Förderrichtlinien von BAFA und KfW, für Einzelmaßnahmen (Heizungstausch über die KfW, Dämmung und Fenster über das BAFA) die Richtlinie BEG Einzelmaßnahmen vom 17.08.2026 (BAnz AT 27.08.2026 B1), in Kraft seit dem 21. Juli 2026. Bei Detailfragen zu Ihrem konkreten Vorhaben empfehle ich zusätzlich einen Blick in die aktuellen Merkblätter oder ein kurzes Gespräch mit mir.

Alle Änderungen im Überblick

Die Grundstruktur der Förderung bleibt, und alle bisher förderfähigen Heizungen bleiben förderfähig. Wer bis zum Stichtag 20. Juli 2026 eine gültige Bestätigung zum Antrag (BzA, bei der KfW) oder Technische Projektbeschreibung (TPB, beim BAFA) eingereicht hatte, bekommt die Förderung nach den alten Konditionen ausgezahlt. Was dazu im Einzelnen gilt, steht im Abschnitt Was zum Stichtag galt und was jetzt gilt. Für alle neuen Anträge zählt jeweils die rechte Spalte der folgenden Tabellen.

Heizungstausch (KfW)

Zwei Boni bestimmen hier die Höhe des Zuschusses, beide nur für selbst genutzte Wohnungen. Den Klimageschwindigkeitsbonus gibt es für den Austausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder einer Gas- oder Biomasseheizung, die mindestens 20 Jahre in Betrieb ist. Der Einkommensbonus richtet sich nach dem zu versteuernden Einkommen des Haushalts.

PunktBis 20. Juli 2026Seit 21. Juli 2026
Einkommensbonus30 % für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen bis 40.000 €Gestaffelt: 40 % bis 30.000 € · 30 % bis 40.000 € · 10 % bis 50.000 €
FamilienKeine SonderregelungLebt mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt, zählen 10.000 € weniger Einkommen. Nachweis: erweiterte Meldebescheinigung und Nachweis der Kindergeldberechtigung
Förderfähige Kosten*30.000 €28.000 € zum Start. Danach alle sechs Monate 750 € weniger. Ende 2030: 22.000 €
Klimageschwindigkeitsbonus20 %16 % zum Start. Danach alle sechs Monate 4 Prozentpunkte weniger. Ab Mitte 2028 gestrichen
Maximaler Fördersatz70 % für alle Fälle70 % im Regelfall, 80 % für Selbstnutzer in der niedrigsten Einkommensstufe (zu versteuerndes Einkommen bis 30.000 € nach Kinderabzug), rechnerisch nur bei Antrag bis 31.07.2027
Wertschöpfungsbonus (Nr. 8.4.6)Gibt es nichtKommt voraussichtlich ab dem 1. Quartal 2027 (BEG EM Nr. 8.4.6): 15 Prozentpunkte für Wärmepumpen mit Ursprung in der Union. Zugleich sinkt die Grundförderung für Wärmepumpen dann von 30 % auf 15 %. Näheres regelt das Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen

*Förderfähige Kosten sind der Höchstbetrag, auf den der Zuschuss berechnet wird.

Einzelmaßnahmen wie Dämmung und Fenster (BAFA)

Einzelmaßnahmen sind Arbeiten an Gebäudehülle oder Anlagentechnik, die jeweils für sich gefördert werden, etwa eine gedämmte Fassade oder neue Fenster. Die Kostenobergrenze ist der Höchstbetrag, auf den das BAFA den Zuschuss berechnet. Der iSFP-Bonus setzt voraus, dass die Maßnahme in einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) vorgesehen ist.

PunktBis 20. Juli 2026Seit 21. Juli 2026
Kostenobergrenze im Mehrfamilienhaus30.000 € je WohnungGestaffelt: 30.000 € für die erste Wohnung, je 15.000 € für die zweite bis sechste, je 8.000 € ab der siebten. Beispiel mit 4 Wohnungen: 75.000 € statt bisher 120.000 €
iSFP-Bonus (5 % extra mit Sanierungsfahrplan)Gilt ohne UntergrenzeGilt erst ab 30.000 € förderfähiger Investition, und nur für den Betrag über dieser Grenze. Dafür verdoppelt sich die Kostenobergrenze für Hülle und Anlagentechnik zugleich von 30.000 auf 60.000 € für die erste Wohneinheit je Kalenderjahr (für weitere Wohnungen gestaffelt: je 30.000 € für die zweite bis sechste, je 15.000 € ab der siebten). Erst dieser höhere Deckel macht den Bonus wirksam
WPB-Bonus für besonders ineffiziente GebäudeGab es nur bei der KomplettsanierungGilt voraussichtlich ab dem 1. Quartal 2027 auch für Einzelmaßnahmen, aber nur für die Dämmung der Gebäudehülle: 5 Prozentpunkte, geförderter iSFP vorausgesetzt, maximal drei Anträge (BEG EM Nr. 8.4.3). Für den Fenstertausch gilt der Bonus nicht

Komplettsanierung zum Effizienzhaus (KfW)

Die Komplettsanierung fördert die KfW mit einem Kredit. Der Tilgungszuschuss ist der Teil des Kredits, den Sie nicht zurückzahlen müssen. Je kleiner die Zahl hinter EH (Effizienzhaus), desto weniger Energie braucht das Haus nach der Sanierung.

PunktBis 20. Juli 2026Seit 21. Juli 2026
EE-Klasse (65 % erneuerbare Wärme)5 % BonusWird zum Standard, der Bonus entfällt
Förderfähige Kosten120.000 € je Wohnung150.000 € je Wohnung
TilgungszuschüsseBisherige Sätze je Effizienzhaus-StufeNeue Sätze: EH 40 10 %, EH 55 5 %, EH Denkmal 5 %, EH 70 und EH 85 0 %, dort bleibt nur der günstigere Zins. Dazu Boni: Nachhaltigkeitsklasse +5, WPB +10 (EH 40, 55, 70), serielles Sanieren +15 (EH 40, 55) bzw. +5 (EH 70), zusammen höchstens 40 %
Bonus für serielles Sanieren (SerSan)Nur für EH 40 und EH 55Gilt neu mit 5 % auch für EH 70
Kombination SerSan- und WPB-BonusZusammen höchstens 20 %Deckel aufgehoben, zusammen bis zu 25 % möglich
Definition „Worst Performing Building“Bisherige DefinitionNeu gefasst zum 21.07.2026: Wohngebäude ab einem Jahres-Endenergiebedarf von 300 kWh/(m²·a) oder Energiebedarfsausweis Klasse H. Bei Wohngebäuden mit mehr als 5 Wohneinheiten und zentraler Warmwasserbereitung gilt alternativ: Baujahr 1957 oder früher und im Wesentlichen energetisch unsaniert

Was zum Stichtag galt und was jetzt gilt

  1. Vom 9. bis 20. Juli 2026 konnten keine neuen BzA und TPB erstellt werden. KfW und BAFA haben in dieser Zeit ihre Systeme umgestellt. Die „Bestätigung zum Antrag“ (BzA, KfW) und die „Technische Projektbeschreibung“ (TPB, BAFA) sind Pflicht für jeden Förderantrag.
  2. Wer bis zum 20. Juli 2026 eine gültige BzA oder TPB eingereicht hatte, bekam noch die alten Konditionen. Die Fristen dafür waren: KfW bis 20. Juli, 20:00 Uhr. BAFA bis 20. Juli, 23:59 Uhr.
  3. Nicht genutzte BAFA-TPBs aus der Zeit vor dem 20. Juli sind verfallen. Für einen neuen Antrag ist jetzt eine TPB nach den aktuellen Regeln nötig.
  4. KfW-BzAs bleiben sechs Monate ab Erstellung gültig. Wurde die BzA erst nach dem 20. Juli erstellt, läuft der Antrag zu den neuen Konditionen.
  5. Bereits gestellte und zugesagte Anträge bleiben unangetastet. Vor dem Stichtag eingereichte Anträge werden nach den alten Regeln geprüft, zugesagte Förderungen bleiben reserviert und werden nach der Umsetzung zu den alten Konditionen ausgezahlt.
  6. Seit dem 21. Juli 2026 gelten durchgehend die neuen Konditionen. Neue Anträge, BzA und TPB laufen seither nach der reformierten BEG.

Was das für Ihre Planung bedeutet

Der Stichtag für die alten Konditionen ist verstrichen. Wer jetzt plant, rechnet mit den reformierten Sätzen: 16 statt 20 % Klimageschwindigkeitsbonus, 28.000 statt 30.000 € förderfähige Heizungskosten für die erste Wohneinheit, den iSFP-Bonus nur noch oberhalb von 30.000 € förderfähiger Investition und im Mehrfamilienhaus die gestaffelten Kostenobergrenzen. Diese Sätze sind aber kein Dauerzustand: Ab Februar 2027 sinken sie alle sechs Monate weiter. Ob für Ihr Vorhaben eher Einzelmaßnahmen oder der Effizienzhaus-Kredit passen, vergleicht der Ratgeber BEG Einzelmaßnahmen oder KfW-261-Kredit; wie sich die Programme kombinieren lassen, zeigt die Fördermittel- und Wirtschaftlichkeitsberatung. Was das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bisher GEG) für die Wahl der Heizung bedeutet, etwa die wachsende Pflichtquote biogener Brennstoffe für neue Gas- und Ölheizungen, erklärt der Ratgeber Heizungsgesetz 2026: Was das GModG wirklich ändert.

Wer den Antrag noch in diesem Jahr stellt, sichert sich also die günstigsten der ab jetzt noch verfügbaren Sätze. Das gilt auch für Wärmepumpen: Voraussichtlich ab dem 1. Quartal 2027 sinkt ihre Grundförderung von 30 auf 15 %, und der neue Wertschöpfungsbonus von 15 Prozentpunkten für Geräte mit Ursprung in der Union gleicht das nur aus. Eine Ausnahme läuft in die andere Richtung: Voraussichtlich ab dem 1. Quartal 2027 gilt der WPB-Bonus für besonders ineffiziente Bestandsgebäude auch für die Dämmung als Einzelmaßnahme, wenn ein geförderter iSFP vorliegt. Wer ein entsprechend schlecht gedämmtes Haus saniert, kann mit dem Antrag für die Dämmung auf diesen Bonus warten. Ich rechne für Sie durch, ob sich ein früherer Antrag oder ein Abwarten eher lohnt.

Quellen

Sie sind unsicher, was die Reform für Ihr Vorhaben bedeutet?

Sprechen Sie mich an. Ich rechne durch, wie Sie die neuen Konditionen für Ihr Projekt am besten nutzen, von der Bonuskombination bis zur Antragsreihenfolge. Ich antworte innerhalb von 24 Stunden.

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