Hinweis zur BEG-Reform (Stand: 27. September 2026): Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Förderbedingungen (Richtlinie BEG Einzelmaßnahmen vom 17.08.2026, BAnz AT 27.08.2026 B1). Das betrifft auch den iSFP-Bonus: Er gilt seither nur für den Kostenanteil über der Kostengrenze ohne iSFP, im Einfamilienhaus also für den Betrag über 30.000 € förderfähiger Investition. Der verdoppelte Förderdeckel bleibt unverändert bestehen. Die Zahlen in diesem Artikel sind bereits auf die reformierten Sätze aktualisiert, alle Eckpunkte der Reform habe ich im Ratgeber BEG-Reform 2026 zusammengefasst.
Inhalt
Was ist der iSFP-Bonus?
Der iSFP-Bonus ist ein Förderaufschlag von 5 Prozentpunkten auf Einzelmaßnahmen der BEG EM (Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen), die das BAFA fördert. Voraussetzung: Die Maßnahme muss in einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) vorgesehen sein, der vor der Antragsstellung erstellt wurde. Seit der Reform vom 21. Juli 2026 gilt der Bonus nur noch für den Kostenanteil oberhalb der Kostengrenze ohne iSFP (im Einfamilienhaus 30.000 € förderfähige Kosten), nicht mehr für die volle Summe.
Der iSFP-Bonus gilt für Maßnahmen an der Gebäudehülle (Dämmung, Fenster) und Anlagentechnik (Lüftung, Heizungsoptimierung), aber nicht für den Heizungstausch über die KfW 458: Dort gibt es weder den iSFP-Bonus noch eine höhere Kostengrenze, es gelten eigene Boni.
Höhe und Wirkung 2026
Eine BEG-EM-Maßnahme ohne iSFP wird weiterhin mit 15 % gefördert. Mit iSFP-Bonus kommen 5 Prozentpunkte hinzu, aber seit der Reform nur für den Betrag oberhalb von 30.000 € förderfähiger Investition. Bei einer Fassadendämmung mit 35.000 € Investition sind das 5.000 € mit dem Bonus belegt, macht 250 € zusätzlich; zusammen mit dem höheren Förderdeckel (siehe unten) erhalten Sie 5.500 € statt 4.500 € Zuschuss. Je größer das Projekt über der 30.000-€-Schwelle, desto stärker wirkt der Bonus, allerdings nur bis zum Förderdeckel von 60.000 €. Im Einfamilienhaus sind mit iSFP deshalb höchstens 10.500 € Zuschuss im Jahr möglich statt 4.500 € ohne iSFP, effektiv 17,5 % der förderfähigen Kosten.
Verdoppelter Förderdeckel
Auch nach der Reform bleibt der zweite Hebel bestehen: Mit iSFP verdoppelt sich der maximal förderfähige Betrag von 30.000 € auf 60.000 € für die erste Wohneinheit und Kalenderjahr. Wer also eine umfangreiche Sanierung mit Fassade, Fenstern und Lüftung plant, kann bis zu 60.000 € in einem Jahr fördern lassen. Dieser Vorteil wirkt allerdings erst, wenn die förderfähigen Kosten im Kalenderjahr über 30.000 € liegen; darunter ist der Förderdeckel ohnehin nicht ausgeschöpft. Ob bei einer Komplettsanierung statt der Einzelmaßnahmen der KfW-Kredit zum Effizienzhaus günstiger ist, rechnet der Ratgeber BEG Einzelmaßnahmen oder KfW-261-Kredit an einem Beispielhaus durch.
Voraussetzungen
- Erstellung des iSFP durch einen Energieeffizienz-Experten, eingetragen in der Energieeffizienz-Expertenliste (z. B. mich, EB403370)
- Der iSFP muss beim Förderantrag bereits vorliegen
- Die Maßnahme muss im iSFP konkret beschrieben sein (Bauteil + Dämmstärke o. ä.)
- Mindestens 30.000 € Investition je Antrag; der Bonus gilt nur für den Kostenanteil über der Kostengrenze ohne iSFP
- Richtige Reihenfolge: zuerst den Vertrag mit dem Fachbetrieb schließen, und zwar mit auflösender oder aufschiebender Bedingung der Förderzusage, dann den Antrag stellen. Ein Vertrag ohne diese Bedingung gilt als Vorhabenbeginn und schließt die Förderung aus. Planung und Energieberatung dürfen vorher stattfinden.
Rechenbeispiel: Fassade + Fenstertausch
Familie Müller plant eine Fassadendämmung (35.000 €) und einen Fenstertausch (18.000 €), zusammen 53.000 € in einem Kalenderjahr.
| Variante | Anteil an 53.000 € | Zuschuss | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| Ohne iSFP (15 %, Deckel 30.000 €) | 8,5 % | 4.500 € | 48.500 € |
| Mit iSFP (Deckel 60.000 €, Bonus nur auf die 23.000 € über der 30.000-€-Schwelle) | 17,2 % | 9.100 € | 43.900 € |
Differenz: 4.600 € mehr Förderung statt der 6.100 € vor der Reform. Auch nach Abzug des iSFP-Eigenanteils (≈ ab 950 € nach BAFA-Förderung, bei größeren, komplexeren oder aufwendigeren Gebäuden entsprechend höher) bleibt ein spürbares Plus.
Wie sich das für Ihr eigenes Vorhaben rechnet, zeigt der Förderrechner auf der Förderseite: Vorhaben und Investitionssumme eintragen, Ergebnis in Euro ablesen.
Typische Fehler beim iSFP-Bonus
- iSFP fehlt zum Antragszeitpunkt: Der iSFP muss beim Förderantrag bereits vorliegen. Wer ihn erst erstellen lässt, wenn die Maßnahme schon läuft, bekommt keinen Bonus.
- Maßnahme weicht vom iSFP ab: Wer im iSFP eine 16-cm-WDVS-Dämmung vorsieht, dann aber nur 8 cm dämmen lässt, verliert die Maßnahmen-Anerkennung. Ich formuliere den iSFP daher mit Spannen.
- iSFP nicht von einem gelisteten Experten: Nur Energieeffizienz-Experten, die in der Energieeffizienz-Expertenliste eingetragen sind, dürfen iSFPs erstellen, die den Bonus aktivieren.
- Mit kleinem Projekt auf den 5-%-Bonus rechnen: Liegt die förderfähige Investition im Kalenderjahr unter 30.000 €, bringt der iSFP seit der Reform beim Zuschuss nichts zusätzlich. Der Bonus greift erst oberhalb dieser Grenze, und der verdoppelte Förderdeckel wird nicht gebraucht. Als Fahrplan für die Reihenfolge späterer, größerer Schritte hilft er trotzdem.
Quellen
- Richtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen (BEG EM) vom 17.08.2026, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Bundesanzeiger BAnz AT 27.08.2026 B1. iSFP-Bonus nur auf den Anteil über der Höchstgrenze ohne iSFP, Mindestinvestition, iSFP bei Antragstellung, 15 Jahre (Nr. 8.4.2); Höchstgrenzen (Nr. 8.3.1).
- Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), abgerufen am 21.10.2026. Fördersatz und Kostenobergrenzen mit und ohne iSFP.
- Bundesförderung Energieberatung für Wohngebäude, BAFA, abgerufen am 21.10.2026. Zuschuss zum Sanierungsfahrplan, höchstens 650 Euro im Ein- und Zweifamilienhaus.
- Energieeffizienz-Expertenliste, Deutsche Energie-Agentur (dena), abgerufen am 21.10.2026. Verzeichnis der Experten, die einen förderfähigen iSFP erstellen dürfen.