Inhalt
Warum Eigenleistung sich richtig lohnt
Bei den meisten Gewerken steckt der größte Teil der Rechnung nicht im Material, sondern in der Arbeitszeit. Genau die sparen Sie ein, wenn Sie selbst anpacken. Handwerker nennen diese eigene Arbeitskraft auf der Baustelle augenzwinkernd „Muskelhypothek", und sie ist eines der wirksamsten Mittel, um eine Sanierung bezahlbar zu halten.
Die ehrliche Frage ist nur: Was trauen Sie sich zu? Genau danach sortiere ich die Arbeiten im Folgenden. Sie sehen auf einen Blick, was leicht von der Hand geht, wo etwas Übung hilft und welche wenigen Dinge besser beim Fachbetrieb bleiben.
Einen Punkt verrate ich aber schon vorab, weil ihn kaum jemand kennt: Auch für Ihre Eigenleistung gibt es Förderung. Warum das so ist und wie viel dabei herauskommt, lesen Sie weiter unten. Das ist der eigentliche Clou.
Stufe 1: Sofort loslegen, das schafft fast jeder
Für diese Arbeiten brauchen Sie kein Spezialwissen. Etwas Zeit, ein bisschen Geduld und hier und da ein gutes Video-Tutorial reichen aus. Das sind die Klassiker der Eigenleistung.
Abreißen und entrümpeln. Alte Bodenbeläge herausreißen, Tapeten abkratzen, Bauschutt zur Deponie fahren. Klingt unspektakulär, spart aber schnell ein paar Tausend Euro. Denn der Handwerker müsste genau das auch tun und rechnet es nach Stundenlohn ab.
Streichen und Tapezieren. Der Dauerbrenner unter den Eigenleistungen. Mit etwas Sorgfalt sehen die Wände am Ende so gut aus wie vom Maler, nur eben ohne dessen Rechnung.
Böden schwimmend verlegen. Laminat und Klick-Vinyl sind heute so gemacht, dass sie sich fast von allein zusammenstecken. Ein Wochenende, ein bisschen Werkzeug, fertig.
Die oberste Geschossdecke dämmen. Das ist mein Geheimtipp für Einsteiger. Wenn Sie einen Dachboden haben, den Sie nicht bewohnen, legen oder kleben Sie einfach Dämmplatten auf den Boden. Im Kern ist es nicht mehr als das. Der Effekt ist trotzdem groß: Diese eine Maßnahme spart rund 7 Prozent Ihrer Heizenergie und hat sich oft schon nach gut zehn Jahren bezahlt gemacht. Ein Rat aus der Praxis: Dämmen Sie wirklich lückenlos bis in jede Ecke. Kleine Lücken sind die einzige Stelle, an der hier etwas schiefgehen kann.
Die Kellerdecke dämmen. Wenn Ihr Keller unbeheizt ist, schrauben oder kleben Sie Dämmplatten von unten an die Decke. Bauphysikalisch ist das angenehm unkritisch, hier können Sie kaum etwas falsch machen. Zum Vergleich: In Eigenleistung kostet Sie das grob 15 bis 60 Euro pro Quadratmeter Material. Ein Fachbetrieb würde für die reine Montage noch einmal 20 bis 40 Euro pro Quadratmeter draufrechnen. Diese Differenz bleibt bei Ihnen.
Stufe 2: Mit etwas Übung, wenn Sie schon mal geschraubt haben
Jetzt wird es etwas anspruchsvoller. Für handwerklich geübte Heimwerker ist aber auch das gut machbar.
Trockenbau. Ständerwände stellen, Rigipsplatten anschrauben, Decken abhängen. Das ist Maßarbeit, aber kein Hexenwerk, und ideal, um Räume neu aufzuteilen.
Fliesen legen. Am Boden ist der Einstieg leichter, an der Wand wird es kniffliger. Mit Geduld und gutem Werkzeug schaffen Sie beides.
Heizkörper tauschen. Den alten Heizkörper abbauen und einen neuen an gleicher Stelle montieren, das trauen sich viele geübte Heimwerker zu. Den endgültigen Anschluss ans Heizsystem und das Einstellen lassen Sie am besten vom Profi prüfen.
Stufe 3: Für Ambitionierte, mit Plan und Respekt
An diese Arbeiten gehen Sie, wenn Sie sich wirklich sicher sind und sauber arbeiten. Hier lohnt es sich, vorher mit einem Fachmann zu sprechen.
Dachschrägen dämmen. Die Dämmung zwischen den Sparren spart richtig Geld. Der entscheidende Punkt ist die luftdichte Folie auf der Innenseite, die sogenannte Dampfbremse. Sie muss überall sauber verklebt sein. Solange das gelingt, ist alles gut. Lassen Sie sich die Technik vorher genau zeigen, dann klappt es.
Fassade dämmen. Ein Vollwärmeschutz an der Außenwand bedeutet viel Fläche und damit viel gesparten Lohn. Es braucht sorgfältiges Arbeiten, aber mit guter Anleitung ist auch das in Reichweite.
Was Sie entspannt den Profis überlassen
Ein paar wenige Dinge gehören nicht in Eigenleistung, und das ist auch gut so. Bei Strom, Gas und Wasser muss den Anschluss immer ein eingetragener Fachbetrieb übernehmen. Das ist sicherer und schlicht so vorgeschrieben. Dasselbe gilt für das Herzstück einer Wärmepumpe, für das Versetzen tragender Wände und für alles, wo Asbest im Spiel sein könnte (typisch bei Baujahren zwischen 1950 und 1993).
Sehen Sie es positiv. Während sich der Fachbetrieb um diese Spezialthemen kümmert, haben Sie den Kopf frei für die Arbeiten, die Ihnen Geld sparen und sogar Spaß machen. Oft können Sie sogar hier mithelfen, etwa Schlitze stemmen oder Leerrohre verlegen, bevor der Elektriker den Anschluss macht. Das ist gut die Hälfte des Aufwands.
Der eigentliche Clou: Auch Ihre Eigenleistung wird gefördert
Jetzt kommt der Teil, der die meisten überrascht. Viele glauben, Förderung gebe es nur, wenn ein Handwerker eine Rechnung schreibt. Das stimmt nicht.
Auch wenn Sie selbst dämmen, fördert der Staat Ihr Material. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bekommen Sie auf das gekaufte Dämmmaterial den ganz normalen Zuschuss, aktuell 15 Prozent, mit einem Sanierungsfahrplan (iSFP) sogar 20 Prozent. Sie sparen also doppelt. Einmal den Handwerkerlohn, weil Sie selbst anpacken, und obendrauf bekommen Sie einen Teil des Materials erstattet.
Ein kurzes Rechenbeispiel für die oberste Geschossdecke mit 80 Quadratmetern:
- Material für die Dämmung: rund 1.600 Euro
- Davon zurück über die Förderung (20 Prozent): rund 320 Euro
- Eingesparter Handwerkerlohn: schnell 1.500 Euro und mehr
- Ihr Vorteil unterm Strich: deutlich über 1.800 Euro, für ein bis zwei Wochenenden Arbeit
Damit das funktioniert, gibt es genau eine Bedingung. Ein Energieeffizienz-Experte muss kurz bestätigen, dass Sie sauber gearbeitet haben und das Material passt. Genau das ist meine Aufgabe. Ich sage Ihnen vorher, worauf es ankommt, begleite die Umsetzung und stelle am Ende die Bestätigung aus, mit der Ihr Geld fließt.
Übrigens: Beim großen Thema Heizungstausch, etwa der neuen Wärmepumpe, übernimmt den Einbau ein Fachbetrieb. Dafür ist die Förderung hier besonders hoch und reicht bis zu 70 Prozent. Auch das planen und beantragen wir gemeinsam.
Zwei, drei Formalitäten, schnell erledigt
Damit Ihr Projekt rundläuft, sind ein paar Formalitäten in wenigen Minuten abgehakt. Wenn Freunde oder Familie mithelfen, melden Sie diese kurz bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) an. Das ist ein einfaches Formular, das Ihre Helfer absichert. Werfen Sie außerdem einen Blick in Ihre Versicherung, ob Eigenleistung mit abgedeckt ist. Oft ist sie das, ein Anruf genügt. Und machen Sie vor dem Dämmen ein paar Handyfotos. Die freuen nicht nur den Energieberater, sondern helfen auch Ihnen später, wenn Sie noch einmal nachsehen möchten, was wo verbaut ist.
Das war es schon. Keine große Bürokratie und keine versteckten Stolperfallen, vor denen Sie sich fürchten müssten.
Ihr nächster Schritt
Eigenleistung heißt nicht, dass Sie allein dastehen. Im Gegenteil. Am entspanntesten und am wirtschaftlichsten saniert es sich, wenn ein Profi den Plan macht und Sie dort anpacken, wo es sich für Sie lohnt.
Genau dafür bin ich da. Ich erstelle Ihren individuellen Sanierungsfahrplan, sage Ihnen klar, welche Arbeiten Sie selbst übernehmen können, hole die maximale Förderung für Sie heraus und liefere die nötigen Bestätigungen. Herstellerneutral, verständlich und an Ihrer Seite.
Quellen & Standards
- BAFA – Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG-EM) (Zuschuss auf Material, auch bei Eigenleistung)
- KfW 458 – Heizungsförderung für Privatpersonen (bis zu 70 Prozent für den Heizungstausch)
- Energieeffizienz-Expertenliste (dena) (Bestätigung der Eigenleistung durch einen gelisteten Experten)
- BG Bau – Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (Anmeldung und Unfallschutz für private Helfer)
- Gebäudeenergiegesetz (GEG) – Volltext bei gesetze-im-internet.de
Welche Arbeiten lohnen sich bei Ihnen in Eigenleistung?
Ein 15-minütiges Erstgespräch reicht oft schon, um zu klären, wo Sie selbst sparen und welcher Schritt als nächstes sinnvoll ist. Ich antworte innerhalb von 24 Stunden.